Halloween-Party geplant? Ich hoffe, Ihr steht nicht auf Dukes Liste … 🎃

Passend zu Halloween ein kurzer Textsnipsl aus dem 1.Teil „Ohne Warnung“…
Das Buch ist auch das perfekte Geschenk, für alle die noch nicht Duke kennen.
 
Euer Sebastian Cohen
Duke

Happy Halloween an alle Duke-Fans 🙂

 
🎃
Ein paar Tage später konnte nun endlich sein großes Experiment beginnen. Mit seinem neuen Führerschein in der Tasche, fuhr er geschminkt und im Zombiestyle mit der Familienkutsche zur Party. Das Fest wurde jedes Jahr für die Studenten von den Lehrern selbst veranstaltet in der Hoffnung, wenigstens halbwegs die Kontrolle zu behalten und Alkohol und Drogen auf ein Minimum zu reduzieren. Was natürlich unmöglich war, denn wer das Zeug hatte, hier zu studieren, bei dem war auch genug graue Masse vorhanden, hier mächtig auf die Pauke zu hauen. Und wie er es sich gedacht hatte, war er genauso verkleidet wie der Großteil der Studenten. Selbst ihm fiel es schwer, jemanden in der Masse der Fantasieverkleidungen zu identifizieren. Duke dachte sich, dass es schwierig werden würde, Billy B. unter all den anderen Horrorgestalten zu erkennen. Daher fuhr er ein wenig früher zur Party, um zu sehen, wann Billy B. mit seinem Mustang vorfuhr. Als Piratenzombie verkleidet stieg dieser selbstverliebt aus seinem Mustang aus, im Schlepptau eine Zombie Krankenschwester.
Duke musste sich keine Mühe geben sich zu verstecken. Er folgte den beiden einfach und hielt dann wieder genügend Abstand, wenn Pirat Billy B. einen seiner Kumpel begrüßte. Seine gruselig aussehende Krankenschwester sah trotz der Verkleidung hinreißend aus. All die Schminke konnte ihre wahre Schönheit nicht verdecken, im Gegenteil, es machte sie fast noch schärfer. Alle Girls hier sahen heute ein wenig verruchter aus. Wenn so einmal die Apokalypse aussehen würde, dann freute er sich jetzt schon darauf. Er konnte sich nicht erinnern, sie hier auf dem Uni-Gelände schon einmal gesehen zu haben. Das sollte ein interessanter Abend werden, dachte er sich voller Vorfreude.
Und das wurde es in der Tat, denn nach gut drei Stunden war Billy B. gutgehend angeglimmert. Als dieser wieder einmal die Toilette ansteuerte, sah Duke seine Chance. Er hatte beobachtet, dass er mit Billy B. alleine in der Toilette sein konnte, wenn er jetzt die Initiative ergriff und hinterhergehen würde. Sekunden, nachdem Billy B. auf dem Klo verschwand, trat Duke in die stinkende Katakombe und schloss hinter sich die Tür. Dann schob er sein Taschenmesser unter die Tür, um diese zu blockieren. In aller Ruhe stellte er sich ans Waschbecken und wartete dort, dass der Piratenzombie fertig wurde.
Dieser torkelte kurze Zeit später mit einem Tunnelblick aus der Pinkelecke und steuerte geradewegs den Ausgang an, als Duke ihn ansprach: »Sorry Alter, aber ist das hier dein Tablet?«
»Waaas?«, fragte Billy B. versoffen.
»Ich habe hier das Teil gefunden und ich dachte, es wäre von dir«, sprach Duke mit sehr leiser Stimme.
Billy B. schaute ihn fragend an und dann wanderte sein Blick auf den Bildschirm. Sofort schaltete Duke das Display ein und startete sein Hypnoseprogramm. Billy B. rieb sich kurz die müden Augen und glotzte danach, ohne zu zwinkern, auf den kleinen Bildschirm. Duke redete mit sanfter Stimme auf ihn ein. Die Party war vergessen, es gab jetzt nur noch zwei Zombies. Einen, der wie ein kleines Reh auf der Fahrbahn ins gleißende Licht schaute und einen Oberzombie mit der Magie der Hypnose. Jetzt konnte er nur hoffen, dass niemand an die Tür trommeln und diesen ersten Versuch unterbrechen würde. Konzentriert sprach Duke auf Billy B. ein und merkte zunehmend, wie dieser sich entspannte und in tiefe Trance abrutschte. Duke hatte das Gefühl, dass Billy B. bereit war.
»Du musst jetzt nicht mehr pinkeln, deine Blase ist vollkommen leer. Du bist aber noch sehr durstig. Bevor die Party vorbei ist, wirst du deine Begleiterin zum letzten langsamen Tanz auffordern. Während des Tanzens wirst du deine Blase entleeren, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Erst dann wirst du aus der Hypnose aufwachen. Wenn ich jetzt den Bildschirm ausschalte, wirst du dich nicht mehr an mich erinnern. Du zählst bis zwanzig, gehst hinaus und wirst dich betrinken.«
Duke schaltete das Tablet aus, bückte sich, um das Taschenmesser an sich zu nehmen und mischte sich anschließend wieder unter das Partyvolk. Das Ganze hatte keine sechs Minuten gedauert und Duke hatte dabei einen irren Spaß gehabt. Alles hatte besser geklappt, als er es erwartet hätte. Er wusste aber nicht, ob er tief genug in das Bewusstsein von Billy B. eingedrungen war und dessen Programmierung ausreichte. Aber darauf kam es gar nicht an. Sein Programm jedenfalls hatte funktioniert. Das für sich war schon ein voller Erfolg.
Er beobachtete den Piratenzombie, wie er zu seinen Freunden trottete. Es war ihm nicht anzumerken, dass er unter Dukes Hypnose stand. Bisher hatte er sich vollkommen normal verhalten. Angeberisch, vorlaut und mit einem zu großen Durst, ging die Party für Billy B. weiter. Keine zwei Stunden später wurde zum letzten Tanz aufgerufen. Wie verwandelt ging Billy B. zu seiner Zombiebraut, um sie zum Tanz aufzufordern. Duke machte einen langen Hals, damit er genau beobachten konnte, was nun passieren würde.
Kurz nachdem beide die ersten langsamen Drehungen hingelegt hatten, blieb Billy B. wie angewurzelt stehen und schaute an sich hinunter. Die Tanzbraut machte erschrocken einen Schritt rückwärts und signalisierte damit Duke, dass er erfolgreich war. Peinlicher konnte es nicht werden. Duke verließ die Party mit einem breiten Grinsen. Der perfekte Abend.
Natürlich war Billy B. am nächsten Tag das Gesprächsthema unter den Studenten. Wer ihn nicht live mit nasser Hose gesehen hatte, der bekam den Bildbeweis ungefragt auf das Handy. Duke wollte sich nicht vorstellen, wie der sich gerade fühlte. Da es so gut funktioniert hatte, den Oberbulli dazu zu bringen, sich in aller Öffentlichkeit nass zu machen, fragte sich Duke nachdenklich, was noch alles mit Hypnose möglich wäre. Je länger er darüber nachdachte, desto mehr Möglichkeiten sah er.
Duke konnte in den folgenden Tagen beobachten, wie unpopulärer Billy B. wurde. Er war das Gespött aller, ein zweibeiniger Mittelfinger, dem man aus dem Weg ging. Am Ende der Woche sah er ihn alleine auf einer Parkbank sitzen. Niemand wollte wohl mehr etwas mit ihm zu tun haben. Schon seltsam, dachte sich Duke, wie schnell Menschen einen fallen lassen, sobald man nicht mehr ins gesellschaftliche Schema passte.
 
 
Leseschau.de:
 
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